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Lebensgemeinschaften verschiedenen Plastiks

OBJEKTE 1984 - 1988

© Adrian  Schacker 2010

Strandgänge 1984Mallorca, Frühling 1984. Ich ließ mein Aquarellpapier fliegen und begann, an den Stränden den Plastikschrott zu sammeln, den das Meer herangetragen hatte. Er lag so bunt und vielfältig auf den Stränden herum, und mich faszinierte das "Finden". 


Strandgänge (pdf)

Ich sortierte das Material zuerst nach den Farben, dann nach gemeinsamen Merkmalen, woraus sich über die Arbeit ein poetisches System entwickelte, das sämtlichen Plastikmüll an den Stränden Mallorcas umfasste, und in einer "Vorläufigen Schlusstabelle zur Rehabilitation der Kunststoffabfälle" seinen Niederschlag fand.

Download:


Vorläufige Schlusstabelle zur Rehabilitation der Kunststoffabfälle (pdf)


(498) Großes Biotop 43 x 29 x 24cmMein Freund Bootsmann gab mir, als er meine Beschäftigung sah, leichthin den Tipp, die Strandabfälle in die Plastikkanister einzufügen, die ja ebenfalls an den Stränden angeschwemmt wurden.                                                       Das war aber leichter gesagt, als getan, denn Plastik kann man nur schwer verkleben. Ich musste andere Möglichkeiten der Verbindung finden, Möglichkeiten, die in diesen vernutzten Plastikteilen selber schon angelegt waren. Die Komponenten mussten sich gegenseitig halten.                                                             Das führte mich zu dem Konzept der "Lebens= gemeinschaften verschiedenen Plastiks", einer Reihe von Objekten, so genannte "Biotope", die in aufgeschnittenen, leeren Kanistern und Plastikflaschen Platz fanden, die von hinten beleuchtet werden konnten.                                                                  Vegetative Welten entstanden, bizarre Urwälder und lustige Dschungel, in denen das Plastik, poetisch verklärt, zu seinem organischen Ursprung zurückkehrt, nämlich den Urwäldern und Sümpfen des Kambriums, denen das Erdöl, der Ausgangsstoff des Plastiks, seine Entstehung verdankt. 


Auswahl BIOTOPE (pdf)
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   Kleine Biotope   
Feuchtbiotop













"Feuchtbiotop"   
Blutgerinnsel












    
     "Blutgerinnsel"   
Blauer Biotop













   "BLauer Biotop      
 mit rotem Ableger"     
Orchidee













     "Orchidee"         
Verkehrskindergarten











 
  "Verkehrskindergarten"

"Im Grunde ist das Plastik ein Spektakulum, das entziffert werden muss: das Spektakulum seiner Endergebnisse. Angesichts jeder Endform (Koffer, Bürste, Autokarosserie,Spielzeug, Stoff, Röhre, Schlüssel oder Folie), stellt die Materie sich dem Geist unablässig als ein Bilderrätsel dar. Das beruht darauf, dass die Wandlungsfähigkeit Plastiks total ist, es kann eben so gut Eimer wie Schmuckstücke bilden. Daher das ständige Staunen, das Träumen des Menschen angesichts der Wucherungen der Materie, angesichts der Verbindungen, die er zwischen der Einzahl des Ursprungs und der Mehrzahl der Wirkungen überraschend entdeckt. Dieses Erstaunen ist glückhaft, da der Mensch an der Ausdehnung der Umwandlungen seine Macht ermisst und ihm der Weg des Plastiks die Euhorie eines bezaubernden Gleitens durch die Natur vermittelt."   Roland Barthes, 1955

Heckenschütze












 
  "Heckenschütze"
Heckenschütze (Detail) 













    Innenleben
Bohnenkraut













      "Bohnenkraut"
Bohnenkraut (Ausschnitt)













     Innenleben
Schiffbruch















        "Schiffbruch"       
Schiffbruch (Ausschnitt)















       Innenleben

1. Ein "Biotop" besteht aus mindestens 3 Teilen, einschließlich "Lebensraum" (Kanister, Flaschen, Tuben oder andere Hohlräume.) Sogenannter "Minimal-Biotop".

2. Suche nicht, denn Du wirst es überall finden. Es wird dich ansprechen in dem Maße, in dem du dich öffnest. Nimm mit, was Dich verwundert, was du liebst. MÜLL ist nur ein Wort, ein Name. Halte alles für möglich.

3. Verwende niemals Klebstoff. Alle Komponenten sollten einfach zusammen halten. Verschiedene Arten der Verbindung: stecken, klemmen, spannen, pressen, haken, knoten usw.

4. Das uroborische Prinzip: Alles sollte mit Allem in vielfacher Verbindung stehen (Schlange, die sich in den Schwanz beisst)

5. Verändere kein Teil gewaltsam. Verwende jedes Teil so, wie du es vorfandst. Überhaupt ist Gewalt zu vermeiden. Verlangt wird vielmehr ein Seherblick: es geht - es geht nicht! Allerdings: nachhelfen ist erlaubt!

6. Vergiss die Kunst, halte dich an die Natur! Betrachte dein Objekt nicht wie ein Kunstwerk, sondern wie ein gewachsenes Stück Natur, wie einen verwilderten Garten.

(Aus einem Leitfaden für Möchtegerne und Anfänger)












 Licht von hinten...  
Urwald










        "Urwald"  











beleuchtete Rückseite


Die sechs Kontinente  32 x 25 x 22cm

Leuchtkörper für Kinder ab 3   45 x 29 x 26cm

Leuchtkörper für Kinder ab 3


Das Universum ist ein Kanister:

Das Universum ist ein Kanister

Copyright: Adrian Schacker